Der 21. Bonn Triathlon – meine erste Mitteldistanz

Am 12.06. war ich beim Bonn Triathlon und kam nach 4:05:52 zufrieden in Ziel. Die 3.8km Schwimmen im Rhein, 60km Rad fahren im Siebengebirge (>750 Höhenmeter und bis zu 14% Steigungen) und 15km Laufen an der Rheinpromenade waren geschafft, meine erste Mitteldistanz, wenn auch nicht über die klassische Streckenlänge  :)
Da Bonn für uns nicht gerade “um die Ecke” liegt, ging es schon am Samstag in den Südwesten. Die Startunterlagen konnten nachmittags abgeholt werden, also nichts wie hin. Der Startbeutel mit Vorjahresaufdruck enthielt das Nötigste, kein Energyriegel oder -Gel von einem der Sponsoren, kaum Werbung. Eigenartig, aber man kommt ja nicht für einen prall gefüllten Startbeutel, sondern für ein schönes Rennen nach Bonn.

Durch die Verlegung der Wechselzone an die Kennedybrücke musste der PSV Bonn die Nudelparty wegen Platzmangel leider absagen – das bereits bezahlte Geld bekam ich mit den Worten “Gute Nachricht: Du bekommst Geld für das Abholen der Startnummer ;-)” ausgezahlt. Übrigens von einem Ex-Lüneburger. Kleine Welt :) Auf eine Nudelparty mussten wir trotzdem nicht verzichten, das haben wir einfach bei Freunden in Bonn gemacht *grins*
Der Rundgang über die Triathlon-Messe und die Wettkampfbesprechung/ Besichtung der Wechselzone mit dem Veranstalter am Samstag hatte sich schnell erledigt, bei Platzregen und Gewitter macht das keinen Spass. Aber es sollte ruhig regnen, Hauptsache am Wettkampftag musste ich nicht bei Regen die Berge runter rasen. Statt der Besichtung der Wechselzone entschieden wir uns, die Rad-Strecke mit dem Auto abzufahren. Eine gute Entscheidung, hatte ich den Streckenverlauf doch zum Teil schon wieder vergessen und z. B. gar nicht mehr an die Serpentinen in einer der Abfahrten gedacht. Da hätte es sonst bei meinem Fahrstil etwas knapp werden können. An die für norddeutsche Verhältnisse knackigen Steigungen konnte ich mich aber noch erinnern – Ostern sind wir die Strecke schon mal “probegefahren”. Ich war ganz schön am pusten um überall hochzukommen. Ich bin definitiv keine Bergziege…

Sonntag – Wettkampftag. Frühes Aufstehen war kein Problem. Die letzen Sachen eingepackt ging es ab zur Wechselzone und dann rüber zum Schwimmstart. In Bonn wird von Fähren gestartet, ein echtes Highlight :) Rund 1400 Badekappen tummelten sich auf zwei Fähren und warteten auf den Countdown zum Startschuss. Die drei Startgruppen pro Fähre durften mit jeweils 5min Abstand zur vorherigen Gruppe in die Fluten springen.

Der Sprung von der Fähre in den Rhein war unproblematisch, weder Gerangel noch Kollisionen. Der Rhein ist nicht viel trüber als die Alster und ‘schmeckt’ auch nicht anders, also alles gut. Trotzdem kam ich nicht in meinen Rhythmus und kam mir unsagbar langsam vor, dazu bekam ich auch noch schlecht Luft. Nach 500m dachte ich schon ans Aufgeben, nach 800m ging es dann aber doch. Wahrscheinlich fehlte mir nur das Einschwimmen. Von der Strömung im Rhein spürte ich kaum etwas und die beiden zu durchquerenden Brücken schienen endlos weit entfernt. Erst 200m vor dem Schwimmausstieg wurde mir klar, wie gut die Strömung die eigene Schwimmleistung verbesserte. Die Strömung war nun deutlich spürbar und der Schwimmausstieg kam schnell näher. Also schnell Richtung Ufer geschwommen um nicht am Ausstieg vorbei getrieben zu werden. Mangels Kehrwasser etwas Arbeit, ging aber gut.

Schnell die Wechselzone runter gehechelt und aufs Rad gesprungen. Es ging zunächst ein Stück über einen Radweg, ehe die eigentliche Radstrecke erreicht wurde. Die Steigung aus der Stadt herraus, die gestern noch ganz entspannt aussah, war dann doch stärker und machte sich gleich in meinen Beinen bemerkbar. Na, dass kann ja ein Spass werden… mehr als 750 Höhenmeter lagen noch vor mir. Die Radstrecke ist landschaftlich sehr schön (wenn man mal Zeit hat zur Seite zu schauen), die Aufstiege für Norddeutsche gemein (14% Steigung ist hier ja kaum zu finden), die Abfahrten dafür um so genialer. Die Berge runterkrachen macht richtig Laune. Also “Bergab-Rakete” konnte ich immer einige Leute überholen, doch an der nächsten Steigung haben die mich gleich wieder einkassiert. Ich habe einfach nichts in den Beinen. Grummel. Toll aber, dass wirklich an jedem Anstieg Leute standen und uns anfeuerten. Mal mit Alphorn, mit lauter Musik, als fahnenschwenkende Schotten, einfach klatschend oder an der Bierzelt-Garnitur mit einem Bierchen und Bratwurst in der Hand war durchweg eine gute Stimmung an der Strecke. Der Verpflegungspunkt bei Kilometer 31 war früh sichtbar und die Übergabe der Wasserflaschen war problemfrei. Auch die Streckenbeschaffenheit war super, nur die 500m die wir durch Rheinland-Pfalz fahren mussten, waren schlimm. Da würde sonst keiner mit einem Rennrad lang wollen.

Zurück am Rheinufer ging es dann auf die Laufstrecke. Drei Runden auf der ebenen 5km-Wendepunktstrecke entlang der Rheinpromenade. Auch hier sind viele Leute zum Anfeuern an die Strecke gekommen :) Wie befürchtet bekam ich nach knapp einem Kilometer mal wieder Krämpfe in den Oberschenkeln und musste kurz gehen. Doch die Krämpfe lösten sich schnell und ich konnte mit konstantem, aber langsameren Tempo als geplant, durchlaufen. Von den beiden Verpflegungspunkte an den Wendepunkten ließ ich keinen aus, um mich mit Wasser zu versorgen, Gels hatte ich genug dabei.

Nach drei Runden bog ich in den Zielkanal ab, ein kurzes Stück über eine Wiese und über die Ziellinie. Einen Meter dahinter ging es nicht mehr weiter: Ich wurde festgehalten um meine Gummibänder (für jede gelaufene Runde eines) abzugeben. Weiter wäre ich aber auch sonst nicht gekommen, da alles mit Leuten voll stand. Das kann ich nicht so ab, im Ziel brauche ich erstmal Luft und Platz und kein Gedränge… Also schnell Wasser, Banane und Melone gegriffen, dann noch Finisher-Tasse und -Shirt abgeholen und raus aus der Masse.

Meine Zielzeit hatte ich zuvor vorsichtig auf 4:10:00 geschätzt, schließlich war ich noch auf dieser Distanz unterwegs. Mit 4:05:52 bin ich ins Ziel gekommen, also alles perfekt. Und zum ersten Mal hatte ich keinen Heißhunger auf Bratwurst nach dem Rennen – komisch…

Der Wettkampf in Bonn hat durchweg Spass gemacht, wer in der Nähe wohnt oder auch für einen Wettkampf etwas weiter fährt, sollte auch mal am Bonn Triathlon teilnehmen.

Die Fotos kann man sich auch als Diashow ansehen

Autor

Karsten Krohn ist über 10 Jahre PHP-Entwickler mit starker Affinität zu Triathlon und Fotografie. Auf krohnmedia.de schreibt er über Web-Entwicklung und Triathlon und zeigt das eine oder andere Foto.
Karsten ist auch bei Twitter und Google+ zu finden.

Ein Kommentar zu “Der 21. Bonn Triathlon – meine erste Mitteldistanz

  1. Hi Karsten, unser Urlaub ist vorbei und nun läuft schon der Countdown für HH.

    Freut mich wenn die Pasta geschmeckt hat ;-)

    Das hast Du nett geschrieben und nochmals meinen Glückwunsch zur super Zielzeit.

    Grüße aus den 7-Gebirge
    Uwe

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