Mit dem Triathlon in Köln liegt meine dritte Olympische Distanz hinter mir, und ich muss sagen, dass sich die Fahrt aus dem ‘hohen Norden’ nach Köln gelohnt hat. Die Kölner Veranstalter haben für uns – mit kleinen Ausnahmen – wirklich einen schönen Triathlon auf die Beine gestellt.
So finde ich es für eine OD sehr ungewöhnlich aber klasse, dass einem das Rad in T2 abgenommen wurde und der Beutel mit den Laufsachen angereicht wurde. Auf welcher OD gibt es sowas schon. Stellt euch das mal in Hamburg vor, und wie kurz dann plötzlich die Wechselzone sein könnte ;-)
Swim
Egal, zurück nach Köln. Geschwommen wurde beim Fühlinger See auf der Regattabahn von 1978. Wer nicht weiß, was er sich bei dieser Regattabahn vorstellen soll, denkt mal an ein Freibad, nur dass das Becken nicht 25 oder 50 Meter lang ist, sondern130 Meter breit und 2300 Meter lang.
Zehn schnurgerade Bahnen mit diesen kleinen Bojen, damit man nicht versehentlich auf die Nebenbahn kommt. Da wird die Orientierung zum Kinderspiel. Man muss nicht einmal zwischendurch nach vorne schauen, denn am Rand stehen alle 250m Schilder, wie weit man schon geschwommen ist. Da muss man doch schnell sein! ;-) Trotzdem fühlte ich mich deutlich langsamer und kaputter, als ich tatsächlich war.
Bike
Wechsel auf’s Rad und ab Richtung Innenstadt. Nur ein paar kleine Wellen (Hügel wäre selbst für uns Flachland-Tiroler zu viel gesagt) auf dem komplett abgesperrten Rad-Kurs der zum Teil über eine Schnellstraße führte. Kurz hinter dem Kölner Dom lag der Wendepunkt. Von da zurück Richtung Norden aus der Stadt und nach einer weiteren Wende ab in die Innenstadt zur T2. Alles ok, bis auf die vielen Windschattenfahrer. Selbst Ligafahrer fuhren entspannt im Schatten der anderen Radler und wechselten sich in der Führungsarbeit ab. Bah, ätzend. No drafting, Leute! Aber die Kampfrichter sahen es entspannt. Naja.
Bestzeit wollte ich nach meinem Sturz in London auf dem Rad nicht machen, sondern einfach nur sicher die zweite Disziplin absolvieren. Außerdem habe ich testen wollen, ob eine Umstellung der Wettkampf-Ernährung beim Rad fahren mir hilft die Magenproblem bei Laufen los zu werden. Beides hat geklappt, ein Schnitt von 33,9km/h ist unter diesen Voraussetzungen ok für mich, und Magenkrämpfe hatte ich keine.
Run
Wie eingangs beschrieben wurde mir in der Wechselzone das Rad abgenommen (das kenne ich sonst nur vom Ironman oder in Roth, aber von keiner einzigen OD) und die Tüte mit den Laufsachen war fast so schnell da, wie ich im Zelt :) Im Zelt dann schnell die Laufschuhe an, Visor auf und weiter geht es. Treppe hoch auf die Deutzer Brücke. Treppen auf der Laufstrecke ist ja eigentlich ein K.O.-Kriterium für eine Veranstaltung… Aber Glück im Unglück: ODler müssen da nur einmal hoch. MDler und LDler waren gekniffen und mussten vor jeder ihrer 10km langen Laufrunde diese Treppen steigen.
Auf der rechten Rheinseite ging es dann Richtung Süden. Schöne Wendepunkt-Laufstrecke mit vielen Verpflegungspunkten entlang der Rheinwiesen. Dieses Mal ohne Krämpfe – Umstellung von Flüssignahrung auf Gels und Riegel ist für mich wohl die richtige Wahl. Bei Laufkilometer 5 dachte ich: “Die 2:30:00 könntest Du knacken”, bei Kilometer 6 habe ich das Tempo etwas angezogen und wusste: “Ja, das passt, das wird Bestzeit und Sub-2:30″. Zurück über die Deutzer Brücke und dann ins Ziel. Mein Uhr zeigte 2:27:31. Ich war überglücklich. Die offizielle Zeitnahme liegt bei 2:31:05. Hm. Ich weiß nicht, wo die Differenz herkommt. Das Ergebnis ist noch immer meine persönliche Bestzeit, aber eben leider nicht unter 2:30. Trotzdem kann ich sagen mich mit jeder OD verbessert zu haben. Die nächste Saison kann kommen :)
Fazit
Ich bin glücklich und froh, dass ich nach dem Sturz in London jetzt wieder ohne Probleme ins Ziel kam. Kein unsicheres Gefühl auf dem Rad, keine Krämpfe beim Laufen. Das waren die beiden eigentlichen Ziele. Das auch noch eine Bestzeit rauskommt ist ein toller Bonus. So konnte ich Katrin im Ziel endlich wieder mit einem Grinsen begrüßen und mich für das Anfeuern bedanken.
| CologneOlympic 2010 – Ergebnis | |
|---|---|
| Schwimmen (1500m) | 00:26:09 |
| T1 | 00:03:27 |
| Rad (40km) | 01:10:45 |
| T2 | 00:04:39 |
| Laufen (10km) | 00:46:05 |
| TOTAL | 02:31:05 |
Für Köln 2011 wünsche ich den Teilnehmern und deren Begleitungen, dass die Shuttle-Busse noch etwas besser auf die Startzeiten der Sportler abgestimmt sind. Kurz nach dem wir aus dem Wasser auf’s Rad steigen, wollen nun mal die meisten Mitgereisten von Wechselzone T1 zur T2. Für die Begleiter der OD-Teilnehmer wird da die Zeit knapp. Katrin musste über eine Stunde warten, ehe sie in einen Bus Richtung Innenstadt steigen konnte und hat mich dort natürlich verpasst. Dafür hat Sie aber ein paar Shuttle-Busse gesehen, die gerade zu dieser Zeit Pause machten. Klar, Pause muss für die Fahrer sein, keine Frage. Wenn die Pausenzeiten aber in der “Haupt-Reise-Zeite” unserer Fans liegen, ist das ungünstig. Vielleicht können die Veranstalter ja 2011 da noch etwas verbessern.
Die Fotos stammen dieses Mal übrigens ausschließlich von Katrin. Danke für’s “Knipsen”.






















