Das war London Triathlon 2010

Die Rennstrecken des London Triathlon im Hyde Park ist wirklich schön und schnell. Flacher und weniger verwinkelt als z. B. beim Hamburg Triathlon. Die Atmosphäre der Veranstaltung ist fast schon familiär – aber es starten ja auch nur rund 3000 Age-Grouper. Dafür kommt man aber an die ITU-Profi-Athleten so dicht ran wie bei kaum einem anderen Rennen. Wirklich nett und wenn man eine gute Unterkunft bekommt bestimmt eine Reise nach London wert – man kann ja nicht immer nur in Hamburg starten ;-) Die Laufstrecke in London konnte ich an den Vortagen genauso testen wie auch den Radkurs, der bereits am Freitag abgesperrt war. Bei der Testfahrt war plötzlich der Vorderreifen platt, sodass ich am Samstagabend noch schnell den Schlauch wechseln musste und am Wettkampfmorgen für Ersatz sorgen musste. Man will den Wettkampf ja nicht wegen eines Plattfußes aufgeben müssen…

Das Schwimmen im Ententümpel in “The Serpentine” war bei 22° C im Neo schon recht warm, aber noch ok. Störend die vielen Algen, die einem beim Schwimmen im Weg waren und im Gesicht und an den Händen hängen blieben. Meine Schwimmzeit war trotzdem überraschend gut und ich kam ohne Probleme aus dem Wasser.

Auf dem Rad ging es auch gut los, ein 36er Schnitt ist für mich schon sehr ordentlich. Dieser wurde aber noch in der ersten Runde abrupt unterbrochen:  In Kurve vier verlor das Vorderrad an Grip. Ich wurde mit 32 km/h aus der Kurve geschoben und raste ungebremst in Sperrzaun und eine Straßenlaterne. Passiert ist zum Glück kaum etwas: Zahlreiche Blutergüsse, Abschürfung am Ellenbogen, etwas Schmerzen und vor allem Adrenalin. Sanitäter und ein Arzt waren sofort da und checkten mich durch. Nachdem klar war, wie viel Glück ich hatte und auch das Rad noch fahrbereit war, durfte ich das Rennen wieder aufnehmen. Was bei dem plötzlichen unfreiwilligen Stop aus dieser Geschwindigkeit alles hätte passieren können, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Ab dem Moment hatte ich aber kein sicheres Gefühl mehr auf dem Rad und jede Kurve wurde nur noch sehr langsam und vorsichtig genommen. Doch der mit- bzw. zugereiste Fanclub bestehend aus Freundin, Vater mit Frau und Nachbarn motivierte zum Glück lautstark mit ihren Anfeuerungen.

Nach dem Wechsel zum Laufen verlief es nicht mehr problemfrei, da ich mich nun mit Magenkrämpfen und Krämpfen in den Oberschenkeln “rumschlagen” musste. Die erste Hälfte von Laufrunde eins wurde zum Teil gegangen, Überlegungen zum Aufgeben kamen auf. Als ich dann aber – deutlich langsamer als gewohnt – wieder laufen konnte, biss ich die Zähne zusammen, beendete die vier Runden und finishte in 02:37:02 meine zweite Olymische Distanz.

ITU London Triathlon 2010 – Ergebnis
Schwimmen (1500m) 00:26:39
T1 00:04:16
Rad (36,1km) 01:10:25
T2 00:02:49
Laufen (10km) 00:52:55
TOTAL 02:37:02

Nach dem Wettkampf habe ich mein Rad genauer unter die Lupe genommen: Die meiste Aufprall-Energie haben wohl Bremse und Lenkeraufsatz aufgenommen – beide sind verformt, verschoben oder haben Schnitte. Das Bremskabel der Hinterradbreme ist direkt am Bremshebel fast komplett durchtrennt, Glück dass es das Rennen über gehalten hat. Der Rahmen hat diverse Kratzer aber keine ernsthaften Schäden (gut, dass ich beim Rahmen noch nicht in teures Carbon inverstiert habe), ein Flaschenhalter ist abgebrochen. Die Flaschenhalterung hinter dem Sattel ist locker. Mein nagelneuer Helm ist verformt, ich bin wohl doch mit dem Kopf gegen die Laterne geknallt. Wow.

Autor

Karsten Krohn ist über 10 Jahre PHP-Entwickler mit starker Affinität zu Triathlon und Fotografie. Auf krohnmedia.de schreibt er über Web-Entwicklung und Triathlon und zeigt das eine oder andere Foto.
Karsten ist auch bei Twitter und Google+ zu finden.

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