Nachdem das Fördecrossing im letzten Jahr so viel Spass gemacht hat, wollte ich auch dieses Jahr unbedingt wieder dabei sein. Nur 450 Startplätze werden vergeben und in kürzester Zeit sind diese unters Volk gebracht. Also hab ich mir im Dezember die Nacht um die Ohren geschlagen, um die Chance auf einen Startplatz zu erhöhen. Das hat auch geklappt und ein Kollege hatte das gleiche Glück :-)
Die Wettervorhersage war nicht gut: Regen bei 7 Beaufort. In Glücksburg angekommen war es zwar etwas windig und es nieselte immer wieder mal, aber das war nicht weiter schlimm. Trotzdem hörte man schon etwas von ‘eventuell nur im Dreieck schwimmen’. Bei der Startnummernausgabe nachgefragt hieß es noch: ‘Ach was, wir sind doch zum Crossing hier. Im Dreieck sollen mal die Triathleten starten’ (Gemeint war der Ostseeman-Triathlon).
Die Wellen trugen jetzt langsam weiße Kronen und es nieselte stärker. ‘Na, so dramatisch ist das alles nicht, dass geht doch noch’, dachte ich. Der Veranstalter dachte anders. Fördecrossing ohne Förde-crossen Crossing also. Schade. Immerhin keine komplette Absage, sondern besagtes Dreiecksschwimmen.
Startschuss. Dicht gedrängt schwammen wir Richtung Zeltplatz. Das Feld zog sich nur sehr langsam auseinander. An der Wendeboje dann auch mehr als das übliche Gerangel, aber ich kam gut davon.
Erst jetzt merkte ich den Wellengang so richtig, denn nun ging es gegen den Wind. Die Wellen kamen dabei so unregelmäßig, dass man sich nicht darauf einstellen konnte: Mal bekam man die Welle beim Luft holen direkt ins Gesicht, beim nächsten Atemzug ging es problemlos, fiel dafür aber ins Wellental und schlug dem Gesicht auf die Wasseroberfläche. War wohl doch die richtige Entscheidung kein Crossing zu machen, denn weiter ‘Draußen’ waren die Wellen sicher höher und stärker. Also ‘ruderte’ ich weiter und war froh, wenn ich gut atmen konnte. Dabei hatte ich das Gefühl, mich keinen Zentimeter nach vorne zu bewegen, was natürlich nicht richtig war. Trotzdem (oder gerade deshalb?) machte es wieder Spass sich so direkt mit den Naturgewalten auseinanderzusetzen. Der zweite Wendepunkt am Yachthafen war durch die Wellen quasi nicht sichtbar und so orientierte man sich mehr an der Schwimmrichtung der Masse.
Bald war die Boje erreicht und der Rückweg ins Ziel im flachen, ruhigen Wasser problemfrei. Noch schnell um die Seebrücke herumgeschwommen sah man nun schon den Zielbogen und neben mir lief schon ein Schwimmer durch das Wasser. Also stand auch ich auf, setze einen Schritt nach vorne und plumpste gleich wieder in das Nass: Krampf in der Wade. Na großartig, das wäre auf den letzten Metern nicht nötig gewesen. Ein DLRG-ler half mir auf und dann ging es auch schon wieder. Also humpelte ich ins Ziel und zog nach 0:38:44 den Chip über die Zeitnahme. Kurze Zeit später kam auch schon mein Kollege im Ziel an.
Natürlich versuche ich auch für 2012 wieder einen Startplatz zu bekommen um dann wieder von Dänemark nach Deutschland zu schwimmen. Und wenn es nicht so wenige Plätze gäbe, würde ich euch raten, es auch einmal zu probieren. Aber da es so wenig Startplätze sind: Lasst es! Meldet euch nicht an! Nie! Lasst mich starten! ;-)














