Die Wettervorhersagen ließen für den Hamburg Triathlon 2011 nichts Gutes erahnen. Im Gegensatz zum Samstag, an dem ich mir beim Zuschauen der Profis noch einen kleinen Sonnenbrand holte, war für Sonntag bestes Regenwetter angesagt, also kein Spass in Hamburg? Nein, alles gut gegangen, trotz Pleiten, Pech und kleinen Pannen.
Die recht entspannte Startzeit von 9:40 kam mir ganz gelegen, und dieses Jahr verpasste ich auch nicht wie in 2009 meinen Start. Trotzdem musste ich dem Feld zunächst hinterher schwimmen: Die Jungs und Mädels in meinem Startblock interessierten sich nicht wirklich für den Startschuss, sondern schwammen einfach mal los, als der Sprecher kurz still war. Der Schwimmer neben mir fragte noch “Äh, war das der Start?”, worauf ich nur ein “Nein” antwortete und leicht naiv für mich dachte: “Die werden schon zurückgepfiffen”. Wurden sie natürlich nicht. Bis ich das komplett realisierte vergingen diverse Sekunden und so schwamm ich dann dem Feld hinterher. Bis zur Wendemarke auf der Außenalster hatte ich wohl den größten Teil meiner Startgruppe wieder eingeholt. Beim gesamten Schwimmen fühlte ich mich wohl und kam gut zurecht. Anders als andere hatte ich weder Probleme mit der Sicht oder Wassertemperatur. Insgesamt verlief das Schwimmen also gut und wahrscheinlich hätte ich sogar etwas mehr Druck machen können/sollen.
Beim Schwimmausstieg kam ich nicht so recht aus dem Neo, wollte aber trotzdem noch schnell einen Becher Wasser am Verpflegungsstand greifen. Doch schlussendlich stand ich vor der Dame mit dem Wasser und versuchte hektisch den Ärmel des Neoprenanzugs über meine zu dicke GPS-Uhr zu ziehen, was aber nicht klappte. Suuuper Performance, muss toll ausgesehen haben. Sie mit dem Becher vor mir, ich genervt vom Material und hektisch am Neo zerrend. “Dann eben nicht” sagte ich nach einer gefühlten Ewigkeit und ließ die Frau mit ihrem Becher verdattert stehen. Auch der restliche Wechsel war nicht wirklich rekordverdächtig. Sechs Minuten in T1 müssen nicht weiter kommentiert werden.
Auf dem Rad lief es besser. Die Durchschnittsgeschwindigkeit war ok, die angedrohte Baustelle mit Kopfsteinpflaster und Überholverbot nur halb so wild. Windschattenfahrer hatten scheinbar auch mal ihren freien Tag und die Strecke war auch nicht zu voll. Und am wichtigsten: Es regnete nicht, also keine Sorge wegen Kurvenlage oder Bremswirkung.
Am Verpflegungspunkt habe ich entweder schlecht geschaut, oder es wurden tatsächlich nur Getränke in Pappbechern ausgegeben. Mal ehrlich, auf dem Zeitfahrrad während der Fahrt einen Becher greifen und weiter bergauf fahrend trinken? Kann das jemand ohne sich und andere zu gefährden? Ich kann es heute noch nicht glauben, hatte aber zum Glück genug eigene Getränke mit. Wobei Glück relativiert werden muss: Mein Magen rumpelte rum, als hätte man ihm etwas Böses angetan. (Merke: Was in Training und auf RTFs funktioniert, muss im Wettkampf noch lange nicht gehen). Trotz Magenproblemen und satten Windböen von der Seite lief aber alles gut in Runde Zwei. (Grüße an den Typen mit dem Scheibenrad, der vor mir von einer Böe locker um einen Meter nach links geschoben wurde). Zwei meiner Supporter sind sogar zum Baumwall rausgekommen um mich verbal anzuschieben. Da kann es doch nur gut laufen. Tat es auch, ich lag etwas besser in der Zeit als prophezeit.
Nach dem Wechsel zum Laufen verschluckte ich mich bei der Verpflegung am Wasser. Ich musste stehen bleiben und gab es zusammen mit den Getränken vom Radfahren wieder frei :-( Wie so oft beim Triathlon konnte ich mein Potential beim Laufen nicht ausschöpfen und lief mehr schlecht als recht bis ca. Kilometer 5. Dort konnte ich mich dann an einen anderen Läufer hängen und lief mit ihm zusammen Richtung Ziel. Dank Georg konnte ich zumindest noch einen 4:50er Schnitt realisieren.
Fazit: Der Triathlon in Hamburg ist und bleibt einzigartig. Schwimmen in der Alster ist etwas besonderes. Die leicht profilierte Radstrecke entlang der Elbe bietet tolle Ausblicke (wenn man die Zeit zum Schauen findet), die Laufstrecke an der Außenalster ein Klassiker. Das Publikum in der City ist so toll wie ich es sonst nur selten erlebt habe. Nur die Wechselzone ist ewig lang und dass mit den Bechern bei der Radverpflegung muss ich falsch wahrgenommen haben. Die Profis des ITU Worldcups kann man nur in London noch hautnaher erleben.
Das man in Hamburg selten Bestzeiten holen kann, war klar, doch ein bisschen habe ich trotzdem darauf gehofft. Klappte nicht, klar. Insgesamt habe ich mich pro Disziplin um je zwei Minuten verschlechtert, aber mit 2:38:29 zumindest noch das Sekundär-Ziel (Sub 2:40) erreicht. Ich kann also gar nicht meckern. Ohne meine Supporter, die sich perfekt an der Strecke verteilt haben, wäre ich ganz sicher nicht mal mehr in 2:40:00 über den blauen Teppich ins Ziel gelaufen. Dank euch!
Am Samstag geht es zum 14. Glücksburger Förde-Crossing, 3 km Schwimmen in der Flensburger Förde. Mal sehen, ob ich die Zeit vom Vorjahr verbessern kann :)
Der voraussichtliche Termin für den Hamburg Triathlon 2012 ist der 21./22.07.2012
Fotos von den Profis:
Fotos der Jedermänner (Danke Katrin):
| ITU Hamburg Triathlon, 17.07.11 | |
|---|---|
| Schwimmen (1,5km) | 00:28:03 |
| T1 | 00:05:40 |
| Rad (40km) | 01:13:12 |
| T2 | 00:03:13 |
| Laufen (10km) | 00:48:23 |
| Gesamt | 02:38:29 |
| Platz | 689 / 2712 |
| AK-Platz | 138 / 472 |
Die Schwimmstrecke:
Die Radstrecke:
Die Laufstrecke:
















Danke für den schönen Bericht, habe ihn mit Interesse gelesen. Weiterhin viel Erfolg.